Ratgeber · Photovoltaik

PV-Anlage reinigen: wann, wie oft und womit?

Wann sich die Reinigung einer Photovoltaikanlage lohnt, wie oft sie sinnvoll ist und worauf Sie bei Wasser, Bürsten und Reinigungsmitteln achten sollten.

Photovoltaikanlage auf einem Einfamilienhaus in hügeliger Landschaft, leichter Staubfilm auf den unteren Modulen

01Wissen

Stand: 21. Oktober 2026Herstellerangaben gehen vor: Prüfen Sie vor jeder Reinigung die Anleitung Ihres Modulherstellers.

Kurz gesagt

  • Regen reinigt Module nur teilweise; ein Schmutzfilm kann bleiben.
  • Reinigen, wenn Schmutz auf dem Glas deutlich erkennbar ist.
  • Kein Hochdruck-, Dampf- oder Druckreiniger: Das kann Module beschädigen und die Herstellergarantie kosten.
  • Idealerweise entmineralisiertes Wasser, eine weiche Bürste und kühle Module am frühen Morgen.
  • Auf dem Dach nur mit Absturzsicherung arbeiten und nie auf die Module steigen.

Lohnt sich die Reinigung?

Staub, Pollen, Vogelkot und Blätter kosten Ertrag. Laut dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) verlieren Solaranlagen weltweit rund 4 bis 7 % ihrer Stromerzeugung durch Verschmutzung. Selbst in Deutschland rechnet das DLR im Schnitt mit etwa 2 % Ertragsminderung, weil Regen die Module nicht vollständig reinigt. Eine eigene Zahl für Österreich nennt das DLR nicht.

Wie hoch der Verlust bei Ihrer Anlage ist, hängt stark von Standort, Art und Ausrichtung ab. Laut Hersteller REC schadet die Verschmutzung den Modulen nicht, sie mindert aber den Ertrag. Für Stall- und Landwirtschaftsdächer kursieren deutlich höhere Verlustzahlen; belastbar belegt sind sie nicht. Ob sich eine Reinigung rechnet, zeigt daher am besten der Vergleich von Ertrag und Aufwand für Ihre Anlage.

Woran Sie den Bedarf erkennen

  • Ein grauer Film auf dem Glas, der auch nach Regen bleibt
  • Vogelkot, Laub oder Pollen auf einzelnen Modulen
  • Moos oder ein Schmutzrand am unteren Modulrahmen
  • Ein Ertrag, der deutlich unter dem Vorjahr oder unter vergleichbaren Teilen der Anlage liegt

Für den Ertragsvergleich eignen sich die Daten aus Wechselrichter oder Monitoring, sofern vorhanden. Vergleichen Sie Monate mit ähnlichem Wetter, sonst täuscht der Vergleich.

Wie oft?

Eine Frist, nach der gereinigt werden muss, gibt es nicht. Die Reinigungsanleitung des Herstellers REC nennt keine, sondern empfiehlt die Reinigung, wenn Schmutz deutlich erkennbar ist. Ausschlaggebend sind also Zustand und Ertragskontrolle. Lage und Neigung entscheiden mit: Anlagen neben Feldern, Ställen, stark befahrenen Straßen oder unter Bäumen verschmutzen schneller. Flach geneigte Module reinigt der Regen schlechter als steile.

Ein fester Termin für einen Kontrollblick hilft, den Bedarf früh zu erkennen – etwa im Frühjahr nach der Pollenzeit oder im Herbst nach dem Laubfall.

Womit reinigen?

Idealerweise mit entmineralisiertem Wasser, also Wasser ohne gelöste Mineralien und Salze, wie es etwa eine Umkehrosmose-Anlage liefert. Das Wasser sollte Umgebungstemperatur haben und die Module sollten kühl sein: am besten frühmorgens, bevor sie sich in der Sonne aufheizen. Kaltes Wasser auf sonnenheißem Glas kann einen Temperaturschock auslösen und Glas oder Zellen brechen lassen.

Für hartnäckige Stellen eignen sich ein weicher Schwamm oder eine weiche Bürste. Saure oder alkalische Reinigungsmittel sind laut REC tabu – damit scheidet etwa Essig als Hausmittel aus. Andere Zusätze verwenden Sie nur, wenn die Anleitung Ihres Modulherstellers sie ausdrücklich erlaubt.

Was Sie nicht tun sollten

  • Keine Hochdruck-, Dampf- oder Druckreiniger: Sie können Rahmen, Laminat und Zellen beschädigen.
  • Keine Messer, Klingen oder Metallschwämme. Beim Hersteller REC erlischt mit solchen Hilfsmitteln – wie mit Hochdruck – die Herstellergarantie.
  • Nicht auf die Module steigen, auch nicht kurz.
  • Nicht in der Mittagssonne reinigen, solange die Module heiß sind.
  • Nicht ohne Absturzsicherung aufs Dach.

Sicherheit am Dach

§ 87 der Bauarbeiterschutzverordnung schreibt für Arbeiten auf Dächern Schutzmaßnahmen vor. Auf Dächern bis 20° Neigung sind bei mehr als 3 m Absturzhöhe Absturzsicherungen nötig, auf steileren Dächern geeignete Schutzeinrichtungen wie Dachfanggerüste. Ist die Dachhaut glatt, nass oder vereist, sind solche Schutzeinrichtungen auch bei geringerer Neigung nötig. Bei geringfügigen Arbeiten bis zu einem Tag darf stattdessen persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz verwendet werden.

Ob diese Verordnung auch für das Reinigen von Modulen gilt, ist nicht ausdrücklich geregelt. Der Absturzschutz muss aber jedenfalls nach dem Arbeitnehmerschutzrecht beurteilt werden. Für Eigentümer, die selbst aufs Dach steigen, ist das Risiko dasselbe. Mehr zu Arbeiten auf dem Dach: Dachreinigung.

Muss die Anlage abgeschaltet werden?

Das kommt auf die Anlage an: Maßgeblich sind die Unterlagen des Modulherstellers und des Errichters Ihrer Anlage – fragen Sie im Zweifel dort nach. Arbeiten an Kabeln, Steckern, Wechselrichter oder Anschlüssen gehören in die Hände einer Elektrofachkraft. Sind Module oder Leitungen sichtbar beschädigt, reinigen Sie nicht, sondern lassen die Anlage zuerst prüfen.

Selbst reinigen oder Fachbetrieb?

Gut erreichbare Anlagen, etwa auf einem Carport oder am Boden, lassen sich mit entmineralisiertem Wasser und weicher Bürste selbst reinigen. Auf Dächern entscheidet die Sicherheit: Fehlt eine Absturzsicherung, ist ein Fachbetrieb die bessere Wahl. Abzuwägen sind außerdem die Vorgaben Ihres Modulherstellers, das passende Wasser und die Ausrüstung. Mehr dazu: Photovoltaik-Reinigung.

Was Hausverwaltungen beachten sollten

Soll die Hausbetreuung die Module mitreinigen, gelten dieselben Regeln: kein Hochdruck, passendes Wasser, kühle Module und auf dem Dach die vorgeschriebene Absturzsicherung. Klären Sie vorab, ob der beauftragte Betrieb dafür ausgerüstet und befugt ist, wer die Herstellerangaben prüft und wer bei Schäden den Errichter verständigt. Halten Sie Termin und Zustand jeder Reinigung fest – das erleichtert den späteren Ertragsvergleich.

Checkliste vor der Reinigung

  1. Anleitung des Modulherstellers lesen und Vorgaben zu Wasser und Zusätzen notieren.
  2. Anlage auf sichtbare Schäden an Modulen und Leitungen prüfen; bei Schäden den Errichter verständigen.
  3. Zugang und Absturzsicherung klären, bevor jemand aufs Dach steigt.
  4. Einen kühlen Zeitpunkt wählen, am besten frühmorgens.
  5. Entmineralisiertes Wasser in Umgebungstemperatur und eine weiche Bürste bereitstellen.
  6. Nach der Reinigung den Ertrag beobachten und mit dem Vorjahr vergleichen.

Weitere Themen für Eigentümer und Hausverwaltungen: Alle Ratgeber

02Fragen

Häufige Fragen zum Reinigen der PV-Anlage

Lohnt sich die Reinigung einer PV-Anlage?

Wenn die Module sichtbar verschmutzt sind und der Ertrag spürbar nachlässt. Der Hersteller REC rät zur Reinigung, sobald Schmutz auf dem Glas deutlich zu sehen ist; laut REC schadet er den Modulen nicht, kostet aber Ertrag. Ob sich der Aufwand rechnet, zeigt der Vergleich von Ertragsverlust und Reinigungskosten, am besten mit den Daten aus Wechselrichter oder Monitoring.

Wie oft sollte man eine Solaranlage reinigen?

Einen Pflichttermin gibt es nicht. Reinigen Sie nach Zustand und Ertragskontrolle, nicht nach dem Kalender. Wo Felder, Ställe, Straßen oder Bäume in der Nähe sind, setzt sich schneller Schmutz ab, und flache Module wäscht der Regen schlechter ab. Sinnvoll ist ein regelmäßiger Kontrollblick, etwa im Frühjahr nach der Pollenzeit, und ein Vergleich des Ertrags mit dem Vorjahr.

Womit reinigt man Photovoltaik-Module?

Laut der Reinigungsanleitung von REC idealerweise mit entmineralisiertem Wasser in Umgebungstemperatur und mit weichem Werkzeug wie Schwamm oder weicher Bürste. Gereinigt wird an kühlen Modulen, also früh am Morgen. Säurehaltige oder alkalische Mittel scheiden aus, auch Essig. Andere Zusätze kommen nur infrage, wenn Ihr Modulhersteller sie ausdrücklich freigibt.

Darf man mit dem Hochdruckreiniger arbeiten?

Nein. Hochdruck kann Rahmen, Laminat und Zellen der Module beschädigen. Beim Hersteller REC führen Hochdruck-, Dampf- und Druckreiniger ebenso wie Messer, Klingen und Metallschwämme zum Erlöschen der Herstellergarantie. Prüfen Sie dazu die Anleitung Ihrer Module; sie geht allgemeinen Tipps immer vor.

Muss ich die Anlage vor dem Reinigen ausschalten?

Das legen die Unterlagen fest: Was Modulhersteller und Errichter für die Reinigung vorsehen, gilt. Fragen Sie im Zweifel beim Errichter nach, bevor Wasser auf die Anlage kommt. An Kabeln, Steckern oder am Wechselrichter selbst Hand anzulegen, ist tabu – das ist Arbeit für eine Elektrofachkraft. Bei sichtbaren Schäden an Modulen oder Leitungen gilt: erst prüfen lassen, dann reinigen.

Wie viel Ertrag kostet Verschmutzung?

Das lässt sich nur für die einzelne Anlage sagen. Als Größenordnung nennt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) weltweit 4 bis 7 % weniger Strom durch Verschmutzung. Für Deutschland geht es im Mittel von etwa 2 % aus, da Regen nicht alles abwäscht. Für Stalldächer kursieren höhere Werte, die nicht belegt sind. Den Verlust Ihrer Anlage zeigt der Vergleich mit dem Vorjahr bei ähnlichem Wetter.

PV-Anlage reinigen lassen

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